Ein  Gott, Eine Wahrheit, Eine Spiritualität
Der Ausdruck der Aufklärung erreicht von den Propheten
Dimensionen der Spiritualität

Der Geist ist ein Sklave, wenn er durch das von der Gesellschaft geförderte logische Denken dominiert wird! Der menschliche Geist ist fähig, sich von diesem konditionierten Denken zu befreien und seine inhärente Sensibilität, nämlich die Sensibilität der Seele, wiederzugewinnen."Ich glaube einfach, dass ein Teil des menschlichen Selbsts oder der Seele sich nicht den Gesetzen von Zeit und Raum unterwirft." - Carl Gustav Jung (1875-1961, Schweizer Psychiater, Gründer der analytischen Psychologie). Dieser Teil des Geistes drückt sich in dem reinen Zustand aus, nämlich der Seele und dem Selbst, welches dem besten intelligenten System, das es im Universum gibt, nämlich Gott, angehört. Die Seele, das Selbst, welches der geistige Teil des menschlichen Inneren ist, wird durch ihre eigentliche Sensibilität geführt. In diesem Niveau wird der Geist hochdiszipliniert, denn das Lebenssystem, auf das er angewiesen ist, ist der Ausdruck des einzigen intelligenten Systems, das jedem Wesen zur Verfügung steht. Hier wird der Geist eins mit dem höheren moralischen System, dem wir im Prinzip angehören. In seinem Ausdruck ist der Geist eigentlich holistisch, denn er wird durch die Reine Vernunft, nämlich dem Ausdruck der Seele geführt (siehe 'Tod der Vernunft'). Die Katha Upanischad (Indien, die Upanischaden wurden in dem Zeitraum zwischen etwa 1400 v. Chr. bis 800 v. Chr. verfasst) sagt :
 

"Erkenne dies:
Das Selbst ist der Besitzer des Wagens,
der Wagen ist der Körper,
die Seele (buddhi) ist der Wagenlenker (des Körpers),
Achte auf die Zügel (die ihn festhalten)".

 

Ist die Gesellschaft gänzlich frei, so ist das keine Freiheit, man ist lediglich das Produkt ihrer Freizügigkeit. In solchen Gesellschaften verliert der Geist seine Orientation. Dies ist die Folge der Tendenz unter Menschen, den Glauben als die Heilung aller Missstände im Leben zu fördern. So verliert das Leben die intelligente Pflege und Verwaltung, die es nötig hat. Die Freiheit muss durch unsere heilige Beziehung mit den Gegenständen der Kultur ausgeglichen werden.

Nach den 'Jaina Sutras', dem Heiligen Buch der Jains (einer Religionsgemeinschaft aus Indien), ist kevala (der Geisteszustand, wann der Geist der Sensibilität der Seele angebunden ist) der Zustand der grenzenlosen Erkenntnis. Die 'Jaina Sutras' sagt dies über ihren Propheten Vardhamana Mahaveera (599-529 v. Chr.): "Während des dreizehnten Jahres (mit dem Alter von 43) ..., als er in tiefer Meditation war, erreichte er die höchste Erkenntnis und Intuition, nämlich kevala, die unendlich, unbegrenzt, ungehindert und vollkommen ist. Als der ehrwürdige Asket Mahaveera ein Jina [derjenige, der sich selbst beherrscht hat] und Arhat [der Erleuchtete] wurde, war er ein Kevalin, allwissend und allbegreifend; er wusste und sah alle Zustände in der Welt. Für ihn gab es kein Geheimnis, (er) wusste und sah alle Zustände der Lebewesen in der Welt." Dies ist der Geist, der durch den holistischen Rationalismus, nämlich die Reine Vernunft, geführt wird. Im reduktionistischen Rationalismus (die Vernunft) ist die Ignoranz einen inhärenten Teil seines Wissens.

'Tao Te Ching', die chinesische Abhandlung über die intelligente Pflege des Lebens sagt: "Der stille Geist des Weisen ist der Spiegel des Himmels und der Erde, die Wiederspiegelung aller Dinge." Lucretius (der römische Dichter und Philosoph, v. Chr. 98 - 55) sprach so über die atomische Theorie, Jahrhunderte bevor es die moderne Wissenschaft getan hat.
 

"Gestaltet von den Atomen, geschwind oder langsam fallend
sehe ich die Sonnen; ich sehe die Systeme sich erhebend
auch die Systeme und deren Sonnen werden
langsam zum ewigen Treiben zurückkehren.

    Vijnanaveda (Zen Buddhism) sagt, dass die Realität das Reine Bewusstsein ist, d.h. das Bewusstsein des Geistes. Der Geist ist erleuchtet und derjenige, der diesen Zustand erreicht, wird ein Aufgeklärter. Das Erlebnis dieser grundsätzlichen Wahrheit wird in Zen Satori' (das Erwachen) genannt, und die reine Erkenntnis wird Sramanya sowie Brahmanya genannt. Dies ist die höchste Stufe, die der Mensch erlangen kann und alle Propheten haben diese Stufe erlangt. Dies bedeutet die gänzliche Teilnahme des ganzen Wesens (nicht nur des zersplitterten wie bei der Vernunft) und nicht die Weltentsagung (wie viele meinen), denn der Geisteszustand bei dieser Stufe führt einen zur Einheit mit der Realität. Der Geist befreit sich von dem Bewusstsein, das von der Gesellschaft geschaffen worden ist, um Teil seiner ursprünglichen Sensibilität zu werden, die auch in einer unbewussten Stufe von den unänderlichen Regeln der Wahrheit nicht zu trennen ist. Christ sprach so über diese Verwandlung: "Sie ist wie ein Senfkorn  der kleinste aller Samen. Aber wenn er auf bestellte Erde fällt, erzeugt er eine großartige Pflanze und wird Schutz für die Vögel aus dem Himmel." Im Zuge dessen erfolgt wahre Freude, die der Geist erlangen kann ohne die Hilfe von den Isntrumenten der Zivilisation.

Jung sagt: "Die transzendentale Funktion schreitet ohne Ziel und Zweck nicht fort, aber sie führt zur Offenbarung des wesentlichen Menschen. Erstens ist es ein rein natürlicher Prozess, welches in einigen Fällen ohne das Wissen oder die Hilfe eines Individuums seinem eigenen Weg folgen wird und mal sich kräftig durchsetzen wird, wenn er durch Opposition konfrontiert wird. Die Bedeutung und der Zweck des Prozesses ist die Einsicht, in allen seinen Aspekten, die Einsicht in die Persönlichkeit, die originell in dem embryonalen Germplasma versteckt wird; die Produktion und das Auseinanderfalten des originellen, potentiellen Ganzen. Wenn wir diese Funktion, die ich transzendental genannt habe, erfolgreich entwickeln können, hört die Disharmonie auf und dann können wir die positive Seite des Unbewussten geniessen. Das Unbewusste ermutigt uns in allen Weisen, in denen die ergiebige Natur dem Menschen helfen kann. Es enthält Möglichkeiten, die dem bewussten Geist verschlossen sind, denn es hat alle erhabenen psychichen Inhalte zur Verfügung, alle Dinge, die vergessen oder übersehen worden sind. Aung San Suu Kyi (geb. 1945, Nobelpreis für Frieden im Jahr 1991 für ihren gewaltsfreien Kampf für Demokratie in Burma (heute Myanmar): "Der Geist des Menschen kann die Fehler seiner eigenen Natur tranzendieren."

Tranzendentalismus hatte 1836-60 in Amerika seine Blütezeit als Bewegung; er war eine Reaktion auf die Orthodoxie. Seine Glaubenssätze schließen den Glauben an Gottes Immanenz in Menschen und der Natur und in der individuellen Intuition (und nicht bloß einer Vorliebe oder Fantasie) ein als die höchste Quelle der Erkenntnis. Die Bewegung betonte Individualismus, Selbstständigkeit und die Ablehnung von traditioneller Autorität (aber nicht Disziplinlosigkeit). Diese Ideen fanden Ausdruck in den Essays von Emerson (Ralph Waldo, 1803-82), und in 'Walden' (1854) von Thoreau (Henry David, 1817-62), wo sie mit beredten Worten erläutert wurden. Tranzendentalismus heißt eigentlich die im Universum anwesenden Realität zu begreifen. Er heißt die Überwindung der Engstirnigkeit in menschlichen Gesellschaften. Religiöse Wahrnehmungen, die eher Meinungen und Vorlieben Bedeutung einräumen, tun ihre Pflicht an der Menschheit nicht, denn sie nehmen Leute weg von der Realität. Diese Verlagerung von der Externen ins Innern bezeichnet die Tranzendenz des Geistes von den Falsifizierungen der Gesellschaft zur Realität. Ein frühes Beispiel von Tranzendenz des sozialen Geistes und Verlangen nach Reinheit in den Gedanken geht auf Zoroaster zurück, dem persischen Propheten (1300 v. Chr. im altertumlichen Iran). Zoroaster war ein vorreitender Prophet, der den Menschen den Weg der Freiheit zeigte  die Freiheit der moralischen Wahl und die Freiheit von blindem Gehorsam an bedeutungslosen Anordnungen. Er hat darauf bestanden, dass die moralische Güte einer Tat von der Güte der Absicht bestimmt wird. Diesem Propheten zufolge wurde dem Menschen die Kraft gegeben, zwischen Gutem und Bösem zu wählen. "Ich sage die größte Wahrheit von allem. Ich webe meine Lieder von Gotteslob aus der Wahrheit, hilfreich und wohltätig allen Lebewesen gegenüber." "Ich lobe durchdachte, gewandt gesprochene und gutausgeführte Gedanken, Worte und Taten. Ich umarme alle guten Gedanken, gute Worte und gute Taten." "Dass wir Weltfrieden und Glück mit dem guten Geist herbeiführen können."
 

"Diese Bösetäter,
die im Schlimmsten Geist behaust werden,
die sich nach Sündengeld sehnen und vollerUnzufriedenheit leiden,
die schwenderisch das Leben zerstören."

Diese Bösetäter betrügen die Menschheit um ein glückliches Leben, so dass sie ruiniert wird. Die Lehren Zoroaster wurden zum Zoroastrismus, dem führende Licht der persischen Zivilisation.

Es gibt zwei Arten der Erkenntnis. Die erste und die einzig permanente ist die Erkenntnis der Realität, die Teil Gottes Schöpfung ist, die zweite Erkenntnis wird mit der Zeit irrelevant, denn ihre Entwicklungen basieren auf Motivationen. Tao Sheng, ein buddhistischer Schriftsteller sagt das folgende über Nirvana (Ausdruck der Weisheit und des Friedens): "Die Innere Ordnung der Dinge ist die der Natur. ... Wenn wir zurück zum urspünglichen perfekten Zustand zurückkehren, wundern wir uns, warum wir überhaupt auf die Reise losgefahren sind. Denn wir sind von dem Ziel losgereist." Die 'Upanischaden' von Indien handeln von der dauerhaften Realität, der Wahrheit, und verbinden die menschliche Existenz mit dieser Realität, die eigentlich ein Ausdruck der Spiritualität ist. Jede Abweichung von der Wahrheit ist eine Lüge und Falschheit können die Menschen zur Hysterie, zum Selbstmord und auch zum Mordrausch führen. Alle solche Verfälschungen geschehen wegen der Entfremdung des Lebens von sich selbst.

Sankara, (n.Chr. 788-820, Philosoph aus Indien, schrieb über die Spiritualität und auch über die Religion) sagt über die Erkenntnis: "Erkenntnis ist das Bewusstsein über das Wesen der Dinge. Sie wird durch die Erkenntnis selbst erlangt. Weder logischer Scharfsinn noch Rituale bringen viel in dem Streben, Erkenntnis zu erlangen Man kann beliebig viele Holzscheiter anhäufen und anzünden; dieses Feuer wird immer noch nicht zur Helligkeit des Sonnenlichtes beitragen. Das gleiche gilt auch für Rituale : vor der Erkenntnis würden auch tausend Millionen Rituale nichts bringen." Wenn die Vernunft, d.h. der logische Scharfsinn die Erkenntnis führt, ist das Ergebnis keineswegs die reine Erkenntnis. Jetzt schwärmt die Welt mit dieser Erkenntnis, die ein Produkt des Reduktionismus ist. Die sich daraus ergebende Verlagerung im Bewusstsein wirkt nachteilig auf den Geist und auch auf die Gesellschaft. Alles, das Teil des Geistes wird, ist Bildung, denn es hat eine Wirkung auf das Bewusstsein. Wenn das Bewusstsein durch neue Moderichtungen, die nur beiläufig sind, geändert wird, schwebt der Geist mit den schnell wechselnden Strömungen, die von den Geldgierigen erzeugt werden. Die Gesetze müssen die Wahrheit schildern. Wenn andere Faktoren die Gesetze kontrollieren, verschwindet auch die Gerechtigkeit von der Urteilskraft und das Bewusstsein wird zu unerbaulichen Gebieten geführt. Es ist die Pflicht der Regierung, das Bewusstsein der Menschen gegen solche unsozialen Einflüsse zu schützen, (denn sie ist die Hüterin des Landes und der Nation). Alle Systeme, die öffentlich werden, müssen sich einer sozialen Prüfung unterziehen (dies bestimmt die Wirkung dieser Dinge auf die menschliche Psyche), und alles, was dem Bewusstsein schadet, muss beseitigt werden, auch wenn es Geldgewinne erzeugt. In dieser Händler-Welt haben die Leute keine andere Identität, als dass sie Kunden sind.

Im hinduistischen Gedankensystem heisst die Erkenntnis, die man bekommt, wenn der Geist im reinsten Zustand ist, sruthi, die offenbarte Wahrheit. Sruthi ist die direkte und nächste Wahrnehmung der Realität, und ist unabhängig von den Sinnen. Sie ist der zeitgebundenen smruthi, nämlich der Codes, welche die sich verändernden Werte verkörpern, überlegen. Der Koran ist ein Beispiel von 'sruthi', und auch von der Reaktion des Geistes auf externe Faktoren, wenn er durch sruthi angespornt wird. Derjenige, der die Vision der Ewigen Wahrheit erlangt hat, hat den Zustand von brahmanya erlangt. Die Priester der Wahrheit in Indien hatten hier ihren Ursprung. Die 'Upanischaden', die den Monotheismus behaupten (er ist die Realität) waren die Überlegungen der brahmanya Geister. In dieser Stufe verschwindet die Religion einfach und der Geist wird vollkommen geistlich ausgerichtet. Noch ein Prophet, der diese Vision erlangt hat, war Guru Nanak(1469 - 1539, Indien), der Gründer vom Sikhismus.
 

"Es gibt einen Gott
Ewige Wahrheit ist Sein Name.
Er ist Schöpfer aller Dinge,
Er fürchtet nichts und ist Feind von niemandem,
Zeitlos ist Sein Bild."

 

Sankara sagt: "Sruthi erklärt, dass Brahman (Gott) ewig und wahr ist. Brahman kann nicht geändert werden und sruthi ist der Beweis dafür. Daher ist die Erkenntnis des Brahman unabhängig von allem.... Der Herr sagt: 'Man kann mich weder durch die Veden (religiöse Texte) noch durch strenge Askese erfahren.' Daher ist die Meinung, dass die Studie von den Veden oder die Einhaltung von religiösen Formalitäten dem Menschen helfen würden, die innerste Atman zu erfahren, eine falsche." So ist der Erwerb dieser Erkenntnis unmittelbar, er beruht nicht auf die Vernunft. ("Die Erkenntnis wird durch sich selbst bestimmt, sie ist nicht auf menschliches Handeln angewiesen."- Sankara). Diese Einsicht in die Realität kann zu irgendeiner von diesen zwei Aktionen führen:
 

1. das Leben eines Einsiedlers im Einklang mit der Natur führen, wie im Sinne des Taoists, oder
2. im Konflikt mit der Gesellschaft stehen als Folge der Bemühungen, sie vom Standpunkt der Wahrheit zu bessern, wie Christus, Muhammed und Mahatma Gandhi (1869 - 1948, Indien).

Die Propheten gehören der zweiten Gruppe an.

Albert Einstein (Deutsch-amerikanischer Physiker, 1879-1955, Nobelpreisträger für Physik im Jahr 1921) ist ein Beispiel von denjenigen, die das soziale Gewissen tranzendiert haben "ohne das Wissen oder die Hilfe des Individuums ". "Als ein altkluger junger Mann ging mir plötzlich die Sinnlosigkeit der Hoffnungen und Bemühungen auf, denen die meisten von uns das ganze Leben lang nachlaufen. Ich sah bald auch die Grausamkeit dieser Verfolgungsjagd ein, die damals viel zuversichtlicher mit Heuchelei und glänzenden Worten verkleidet war als heute." Auch als Junge hat er es abgelehnt, mit irgendwelchen einengenden Gruppen, wie z.B. Nation, Religion, usw. identifiziert zu werden. Er sagte: "Auch wenn ich mich als Jude fühle, sehe ich mich weit von den traditionellen religiösen Formen entfernt." "Mein Pazifismus ist ein instinktives Gefühl," sagte er, "ein Gefühl, das mich besessen hat, denn der Mord der Menschen ekelhaft ist. Meine Einstellung habe ich nicht aus irgendwelcher intellektuellen Theorie abgeleitet, sie ist auf meiner tiefsten Antipathie gegen jede Art Grausamkeit und Hass basiert." "Wenn sich die Arbeiter dieser Welt, namlich alle Männer und Frauen entscheiden würden, keine Munition mehr herzustellen oder zu transportieren " sagte er, "würde es dem Krieg ein für allemal ein Ende setzen. Und das müssen wir machen! Wir müssen unser Leben dem Ziel widmen, die Quelle des Krieges auszurotten, nämlich die Munitionfabriken." "Ich glaube anSpinozas Gott, der sich in der geordneten Harmonie des gegebenen offenbart und nicht an einen Gott, der sich mit den Schicksälen der Menschen und ihren Taten beschäftigt." Dies ist die Vision des Brahmans (Gottes) nach den Upanischaden. Der Geist wird immer vom Leiden der Mitmenschen bewegt, denn die Liebe ist ein grundsätzliches Prinzip des Geistes. Der Geist verliert aber seine Fähigkeit zum Lieben und Leben, wenn die Gegenstände der Zivilisation den menschlichen Geist von seiner inhärenten Beziehung mit den Gegenständen der Kultur trennen. Durch die Vernunft identifiziert sich der Mensch mit der Kraft. Bei allen Propheten kann man das Element des Mitleids finden, das eigentlich in der Liebe verwurzelt ist E (dies ist übrigens bei den religösen Radikalen verschwunden). Fabrizierte Spiritualität ist immer eine Drohung für die Schöpfung Gottes, denn sie besteht auf dem Glauben.

Die Propheten haben lediglich die Wahrheit geschildert. 'Tao Te Ching' (ein Werk, das man gewöhnlich Lao-tze zuschreibt) beschreibt einen idealen menschlichen Zustand, der frei von Gier ist und seine ungezwungene Einfachheit ausdrückt, die vom Tao errungen wird, welches die höchste Vernunft des göttlichen Wesens ist, sagt: "Derjenige, der diese unänderliche Kraft kennt, ist intelligent; der, der es nicht kennt, führt zu wilden Bewegungen und bösen Fragen. Die Erkenntnis dieser unänderlichen Kraft erzeugt eine große Fähigkeit und Nachsicht und diese führen zu einer Gemeinschaft (von Gefühlen mit allen Dingen). Aus dieser Gemeinschaft der Gefühle entsteht das Königliche des Charakters; und derjenige, der königlich ist, ist auch auf dem Weg, himmlisch zu werden." Die Wahrheit zeigt allen von Gott geschöpften Dingen den Weg und der menschliche Geist muss dies in seinen Angelegenheiten ausdrücken, um das beste im Leben zu erzielen. Nach allen Abenteuern müssen wir letzlich diesen Zustand erreichen, um die Unantastbarkeit des Lebens zu bewahren. Wie Masanobu Fukuoka deutlich demonstriert hat, ist im Ackerbau das Gesetzsystem Gottes unserem System, das wir durch unsere Vernunft entwickelt haben, überlegen. Jetzt wird im Nahrungssystem das Gesetzsystem Gottes durch die Kommerzialisierung verletzt. Nahrung muss direkt von der Natur kommen und nicht von Maschinen. Chemische Zusätze in Nahrungsmitteln werden nur eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Nahrungsmittel, die mit Wachstumshormonen behandelt worden sind, werden nur übermäßiges Fleisch auch bei Menschen erzeugen.

Weisheit wird wesentlich in der Wahrheit, welches das System Gottes ist, beschrieben und allein Wahrheit ist die Realität. Unsere Bildungsinstitutionen haben versagt, dies einzusehen und folglich auch darin, den besten Ausdruck des menschlichen Geistes zu erlangen, welcher unentbehrlich für die Gestaltung des Charakters ist. In der Gesetzgebung sind die Torah-Teile des 'Alten Testaments' ein gutes Beispiel der Reinen Vernunft. Das Hauptanliegen hier ist die Bewahrung der Heiligkeit des Geistes. Wenn dies eine Religion wird, wird es gefährlich für das Leben. Dies ist wegen der Verlagerung von den Gegenständen der Kultur auf die Gegenstände der Zivilisation. Alles, was die Wahrheit leugnet, ist lebensgefährlich. Die Kreuzigung Christus ist ein Beispiel der Abwesenheit der Gesetzgebung im Urteilsvermögen. Als die Leute ihn zum regierenden römischen Gouverneur, Pilatus, mitnahmen, sagte der Gouverneur, dass er die Wahrheit nicht kannte (Christus sagte: 'Ich bin die Wahrheit, der Weg und das Leben "), und er überließ das Urteil den Leuten (der Schöffen). Und die Schöffen haben ihn zum Kreuz geschickt. Solche Urteile werden weiterhin gefällt.

Jesus:- "Wenn diejenigen, die euch führen, sagen:, 'Siehe, das Reich ist im Himmel,' dann werden die Vögel im Himmel euch vorangehen. Wenn sie euch sagen, 'Es ist im Meer,' dann werden die Fische euch vorangehen. Eher ist das Reich innerhalb euch und es ist ausserhalb euch. Wenn ihr euch selbst erkennt, dann werdet ihr bekannt werden und ihr werdet einsehen, dass ihr es seid, ihr seid die Söhne des lebenden Vaters. Aber wenn ihr euch selber nicht kennt, dann hauset ihr in Armut und ihr seid die Armut selbst." - Evangelium von Thomas. Eckehart, der deutsche Mönch vom dreizehnten Jahrhundert zitiert Christus und sagt: "Dieser Bereich (das Reich Gottes) ist die Seele - in der der Schatz des Reich Gottes versteckt liegt. In der Seele daher sind Gott und alle Kreaturen gesegnet." Sankara:- "Die Weisen suchen Brahman nicht in irgendwelchen weitgelegenen Gebieten aus, weder hier noch in irgendwelcher künftigen Welt. Sie suchen Brahman nicht in irgendwelcher Höhle oder an den Ufern irgendwelcher Bäche, noch in Ritualen oder in den heiligen Lehrsätzen. Sie suchen Brahman und erkennen Ihn als Atman (Seele), die in uns zu finden ist." Was der Geist in dieser Stufe erreicht, ist die Erkenntnis der Realität, und auch die Sensibilität allem gegenüber, das Teil der Realität ist. Alle anderen Prinzipien sind bloß Schaffen des Geistes.

Aus der Stille des Geistes stammt eine Affinität zu allen Schöpfungen Gottes, dem Reich Gottes'. 'Die Tore des Himmels' ist ein taoistischer Ausdruck für die Nasenlöcher, da die Konzentration auf den Atem während Meditation einem hilft, den Geist zu stillen, welches seinerseits zu seiner Erlösung vom gesellschaftlichen Bewusstsein führt (Zustand des Brahmanya). Alle Propheten genossen diese Stille. Christus zeigte seinen Jüngern den Weg zum 'Reich Gottes'. Mahatma Gandhi, der Prophet vom letzten Millennium sagte: "Ich möchte Brüderschaft erleben, d.h. Identität haben  nicht lediglich mit den Wesen, die wir Menschen nennen, sondern mit dem Leben als ganzes, auch mit den Dingen, die auf der Erde kriechen. " Die Meinungen des Establishments können sich im Wesen unterscheiden, denn sie wollen ihre Reiche nicht verlieren. Bindungen und Zuneigungen führen zur Ignoranz. Der Geist muss sich von den sozialen Moderichtungen und Fimmeln loslösen und muss an der Schöpfung Gottes gebunden sein.

Gott zu erfahren heisst Gottes Schöpfung zu kennen. Gott lieben heisst die Schöpfung Gottes lieben (einschliesslich Menschen). Die Liebe ist der intellektuelle und emotionelle Ausdruck der Beziehung, die der Geist im feinsten Zustand hat, der reine Zustand. In der Natur erscheint diese urspüngliche Kraft als die Gravitationskraft, die Urkraft, aus der alle anderen Kräfte abgeleitet worden sind. Der menschliche Geist ist eine Ableitung dieses ersten Prinzips und alle anderen Emotionen müssen Ableitungen von der Liebe sein. Ohne diese Basis wird der Geist sicher die Richtung verlieren. Die Liebe ist die Basis der Spiritualität. 'Die Große Indianerbibel: "Denn die Liebe zeigt sich auf der Mutter Erde für und durch andere; denn wer kann behaupten, dass er den Großen Geist liebt und die gleiche Liebe für Seine Schöpfung nicht zeigen" Brahadaranyaka Upanischad spricht über die Liebe, die alle Propheten so ausgedrückt haben:-
 

"Wahrlich ist der Ehemann nicht lieb und teuer nur dessen Liebe wegen,
sondern der Liebe für seine Seele wegen,
Wahrlich ist die Ehefrau nicht lieb und teuer nur deren Liebe wegen,
sondern der Liebe für ihre Seele wegen.
Wahrlich sind die Söhne nicht lieb und teuer nur deren Liebe wegen,
sondern der Liebe für ihre Seele wegen.
Wahrlich sind die Wesen nicht lieb und teuer nur deren Liebe wegen,
sondern der Liebe für deren Seele wegen,
Wahrlich ist alles nicht lieb und teuer nur dessen Liebe wegen,
sondern der Liebe für dessen Seele wegen." 

Die kommerzielle Zivilisation erwürgt die Liebe und so auch die Quelle des Lebens.

Obwohl das Universum das größte Wunder ist, suchen die Leute nach Tricks und Spielereien als Zeichen der Spiritualität. Dies ist das Werk von Religionen, die vom Glauben abhängen. Die Leute übersehen Gottes Werk in der Entstehung eines Samen, in der Geburt einer Pflanze, eines Vogels oder Kindes, im Fliegen eines Vogels oder im Wechsel der Jahreszeiten. Emerson: "Wir sind in der Natur genauso Fremde wie wir von Gott entfremdet sind" Im Fortschritt der Zivilisationen wird das Bewusstsein der Menschen durch das kollektive Bewusstsein manipuliert. So sehen wir zivilisierte Brutalität überall auf der Welt. Wenn eine Religion auf kommerzielle Basis entwickelt wird, fügen die Werbegags den unschuldigen Geistern großen Schaden zu. Der Glaube kann Spiritualität nicht ausdrücken, obwohl er sicher teilweise mentale Gymnastik bereitstellen kann.

Spinoza, (1632-77), der große holländische Philosoph, der exkommuniziert wurde, weil er seinen Glauben hinterfragt hat, sagte: "Wenn immer etwas in der Natur uns lächerlich, absurd oder böse vorkommt, so ist es, weil wir nur ein Teilwissen der Dinge haben und uns im Ganzen der Ordnung und Kohärenz der Natur als Ganzes unbewusst sind. Es ist, weil wir alles nach den Forderungen unserer Vernunft zugeordnet haben wollen. Obwohl das, was unsere Vernunft als schlecht bezeichnet, nicht schlecht in Bezug auf die Ordnung und die Gesetze der universellen Natur ist. ... Die Massen denken, dass die Kraft und die Vorsehung Gottes am meisten durch ausserordentliche Geschehnisse, die im Gegensatz zu ihrem herkömmlichen Konzept der Natur ist, deutlich werden. Wahrlich nehmen sie an, dass Gott tatenlos bleibt, solange die Natur wie immer funktioniert und umgekehrt, dass die Kraft der Natur und die natürlichen Ursachen still bleiben, solange Gott aktiv ist... die Liebe zum ewigen und endlosen allein bereitet dem Geist Freude, die von allem Leiden befreit ist. Das größte Wohl ist das Wissen über die Vereinigung zwischen dem Geist und der ganzen Natur. Je mehr der Geist weiss, desto besser versteht er die Ordnung der Natur; je mehr er das Wesen der Kraft versteht, desto fähiger wird es sein, sich zu führen und Regeln für sich selbst zu bestimmen. Und je mehr er die Ordnung der Natur versteht, desto einfacher wird es sein, sich von unnötigen Sachen zu befreien."

Die größten Propheten der Welt haben die perfekte Stille des Geistes erlangt, durch die sie die Sensibilität für die reale Welt wiedergewonnen haben. Die Upanischaden Indiens sagten, dass man Gott nur durch die Erkenntnis des Selbsts erfahren kann (den inneren Geist), welches die Erkenntnis widerspiegelt, die zum Gottes System gehört. Also gleicht die Erkenntnis der Seele die Erkenntnis Gottes. Socrates: "Alles Natur ist gleich und die Seele hat alles gelernt." Die Seele ist der reine /kevala Gemütszustand. Mahatma Gandhi (derjenige, der der Wahrheit den größten Ausdruck gegeben hat und es auch in seinem Leben ausgeübt hat): "Wenn wir versuchen, Gott zu bestimmen, der eigentlich nicht definiert werden kann, dann muss ich sagen, dass Gott Wahrheit ist. Es ist unmöglich, ihn zu erreichen, d.h. die Wahrheit zu erreichen, ausser durch Liebe." Die Wahrheit (die endlose Realität) ist nicht auf das Bewusstsein des Menschen angewiesen und die Propheten haben die Vision der Wahrheit. Die armen Religionen sind der Realität gegenüber blind, denn sie leiden unter dem Glauben.
 

"So wie ein verstaubter Spiegel
schön glänzt, wenn er abgestaubt ist,
so auch vereint sich der Fleischgewordene mit dem Höchsten,
wenn er die Natur der Seele erblickt,
sein Zweck erzielt, vom Leiden befreit.
Wenn der Ausüber von Yoga hier die Natur von Brahma (Gott) erblickt,
vor dem Licht des Selbsts genau wie vor dem Licht einer Lampe."
-Svetasvetara Upanishad

Der Staub ist das Geschenk der Gesellschaft. Die Propheten haben auf verschiedene Dinge reagiert, die sich als Teil vom menschlichen bewussten Denken entwickelt haben, die mit der Wahrheit nicht einig waren. 'Tao Te Ching': "Der perfekte Mensch hat (Kontrolle über) die Welt; ist die Kontrolle nicht grossartig? Seine Diskriminierung entdeckt alles Falsche und kein Gedanke des Gewinns bewegt ihn. Er durchdringt die Wahrheit der Dinge und kann bewachen, was grundsätzlich ist." Der Geisteszustand, den die Propheten erlangt haben, ist der Zustand des Wissens und dies hat keine Beziehung zu irgendeiner Glaubensrichtung. Der Glaube ist nicht die Grundlage des Wissens. Die Propheten springen auf den höchsten Wissensstand, den durch Erlebnis und Versuche zu erreichen die Menschheit tausende von Jahren braucht.

Arnold Toynbee (1889-1975, der britische Historiker), sagt in 'Der Ansatz eines Historikers zur Religion': "Im Wesen aller höheren Religionen ist die Aufgabe des des Trennens von Spreu und Weizen eine ewige, denn über die Jahre ist ihre Ernte verunreinigt. Die tradierte Geschichte einer jeden höheren Religion zeigt uns zwei Elemente: Es gibt notwendigen Rat und Wahrheiten und es gibt die unerforderlichen Praktiken und Sätze." Wenn wir mit den unerforderlichen Sätzen leben, so verfälschen wir das Leben. Der Ausdruck der Reinen Vernunft hilft allen, den notwendigen Rat und die Wahrheiten von den unerforderlichen zu trennen. Das Zeitalter der Unwissenheit (Vernunft) muss ein Ende nehmen und dem neuen Millennium den Weg räumen. In jedem Herzen muss es den Ausdruck der Reinen Vernunft geben. Alle Religionen müssen natürlich sein, d.h. sie müssen mit dem Prinzip der Wahrheit verbunden werden, das das Leben führt.

Die Reine Vernunft, die den Ausdruck der Spiritualität bestimmt, ist im Reich des Wissens unbekannt, obwohl Immanuel Kant (1724-1804), der deutsche Philosoph eine Würdigung darüber in 'Der Kritik der Reinen Vernunft geschrieben hat. Er sagt: "... wir können eine Wissenschaft der einfachen Untersuchung der Reinen Vernunft, der Quellen und der Grenzen als die Propädeutik(Einleitung zur weiteren Studie) betrachten. Alles Wissen wird als rein bezeichnet, wenn es nicht mit etwas Zusätzlichem vermischt wird. Aber das Wissen wird als absolut rein bezeichnet, wenn überhaupt kein Erlebnis oder Gefühl mit dem vermischt wird. Wenn möglich ist es vollkommen 'a priori'.... d.h. dass wir es nicht sofort vom Experiment ableiten sondern von einer universalen Regel" Wenn der Geist auf das Wissen der Wahrheit eingestimmt ist, ist seine Basis die Reine Vernunft. Menschen müssen alle Systeme, die sie als Teil des bewussten Denkens entwickelt haben, mit dem System abstimmen, zu dem sie wesentlich gehören, nämlich der Wahrheit. 


c Satheesan N. Kochicheril
erstes Ins Netz Stellen im März 25 1999
Seite zuletzt verbessert am 4.Januar 2004

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